Beplanken

Bevor es zum Beplanken kommt muß erst noch der Steven hergestellt und bearbeitet werden.

Zutaten:

  • ca. 8 - 10 Leisten 1,1-1,5 m lang
  • eine Vorrichtung um diese über Wasserdampf zu erhitzen
  • eine Stevenform und  Schraubzwingen
  • Leim oder Epoxy (ich habe Epoxy verwendet)

Die Vorrichtung ist eine Art Dampferzeuger mit Papprohr als "Auspuff", in daß die Leisten für mind. 1Std. kommen. Sie sind dann "weich" genug um erstmal vorgebogen zu werden. Man spannt dabei vorsichtig ca. 4 Leisten (übereinander) auf die Stevenform, läßt sie dort mindestens 1 Tag zum trocknen und Form annehmen. Die Schraubzwingen werden enfernt (das Holz behält die "erzwungene" Form ganz gut) Leim oder Epoxy auf die Leisten aufgetragen und alles wieder auf die Form gespannt. Wieder einen Tag warten, fertig ist der Grundsteven. Dasselbe nochmal für die 2.Seite des Kanus. Der Steven muss nun noch ein Profil bekommen. Dazu wird immer wieder eine Leiste an die Spanten gelegt und geschaut wie sie vorne am Steven anliegt, der entsprechend abgearbeitet wird. Zum Werkeln eignet sich am besten eine Elektrofeile. Ansonsten improvisieren mit allem was Material abträgt.
Wir haben alles erstmal gut abgefeilt (merci Michl) - elektrisch - und machen den letzten Schliff während dem Beplanken.

Beplanken:
Als erstes kommt rechts und links eine Leiste hin, die den mittleren Spant (0) am unteren Ende abschließt und dem "natürlichen" Verlauf folgt (also wie sie hängt).
Ganz so einfach ist es dann doch nicht, da die beiden Leisten im "Wasser" sein müssen (hoffentlich hat man vorher genau genug gearbeitet).
Dann wird immer abwechselnd eine rechts eine links draufgeklebt und mit Tackerklemmen an den Spannten fixiert. Mit der steigender Anzahl der beplankten Leisten wächst auch das
Problem der Verspannung. Es gibt da nicht viel Möglichkeiten.

  • Eine ist es die Leisten vorzubiegen , die Schwierigkeit hierin liegt  aber in der Form der Biegung für die man ein Negativ bräuchte.
  • Eine andere Möglichkeit ist, gleich mit einer Verspannung anzufangen (am Steven nach unten). Hab ich nicht ausprobiert wäre aber zumindest eine Überlegung am Anfang wert (leidet die Optik?...).
  • Oder die Leisten werden einfach ohne sie zu verdrehen draufgelegt, dann die Form angezeichnet, ausgesägt, nachbearbeitet und aufgebracht (Tip von Steve).
  • Die beste Möglichkeit alledings ist es die Planken von vorneherein nicht 2,6 cm hoch sondern 18-22 mm hoch zu machen. Man bekommt dann zwar auch Verspannungen in dem genannten Bereich, aber sie sind noch zu handeln (danke an Tobias).

Die Klemmen:
Es ist nicht einfach eine stark verspannte Leiste so zu fixieren, daß sie sich nicht mehr aufbiegt. Vor allem wenn man Spanplatten als Spanten hat. Ich glaube hier ist ein echter Vorteil des Bausperrholzes zu sehen. Ich mußte also ab und zu mehrere Klemmen pro Stelle verwenden und konnte sie nicht immer in einer Linie setzen. Ein guter Tacker ist von Nöten! Vor allem lange Tackerklemmen sind für das festtackern und den Sitz der verspannten Leisten ideal (nochmal Tobias). Der Aldi-Tacker taugt hier nicht, besser gesagt er taugt überhaupt nicht, nichtmal für Papier!

Und hier noch ein paar weitere Bilder zur Motivation, nach all dem Stress mit der Verspannung:

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